Leserbrief zu zwei AfD-Demonstrationen

Von unserem Mitglied Dr. Günther Medicus, veröffentlicht in der Torgauer Zeitung am 29. Mai 2018.

Am 15.Mai 2018 charakterisierte die Torgauer Zeitung die „AfD-Friedensdemo“ vom 25. April in Torgau als eine Propaganda-Veranstaltung pro Russland, aber nicht pro Frieden. Wir Mitglieder, sowohl der AfD als auch des Spektrums aufrechter Demokraten (SaD), sind den Rednern für ihre mutigen Beiträge dankbar. Wir empfinden den Artikel der TZ als unsachlich und herabwürdigend. Im gleichen Stil wird die große AfD-Demonstration in Berlin am 27.5.2018 in der Presse verunglimpft und man braucht sich nicht zu wundern, dass sich Gegendemonstranten aufgrund der ganzen negativen Berichterstattung im Recht sehen, wenn sie z.B. den Bus nach Berlin mit unseren AfD-Teilnehmern mit Farbe und schweren Gegenständen attackieren. Die Torgauer AfD-Veranstaltung passte zum Anliegen des Elbe-Day und zur politischen Lage, die im Moment leider durch eine verstärkte Kriegshetze und viele kriegerische Konflikte ernsthaft bedroht ist. Nach wie vor gehen die USA gegen Staaten vor, die sich ihrem Weltmachtanspruch nicht anschließen wollen. Mit Krieg und Unterwanderung arbeitet man weiterhin an Regimewechseln und nimmt in Kauf, dass immer mehr Krisenherde mit verheerenden humanitären Folgen entstehen. Aktueller Anlass für die Friedensdemo in Torgau war die Tatsache, dass unter fadenscheinigen Begründungen Syrien plötzlich mit Raketen und Bomben angegriffen wurde. Die AfD kritisiert nun die deutsche Regierung dafür, dass sie diesen völkerrechtswidrigen Angriff begrüßt sowie ebenfalls einen Regimewechsel in Syrien gefordert hat. Neuerdings bedrohen die USA den Iran mit den allerschärfsten denkbaren Sanktionen und Russland wird zu einer wachsenden Bedrohung aufgebauscht. Wir von der AfD und dem SaD sind in keiner Weise damit einverstanden, dass Deutschland sich an dieser aggressiven Politik aktiv beteiligt. Wir kritisieren, dass Deutschland nun z.B. im Baltikum die Führung der dort stationierten Nato-Truppen übernommen hat. Man sollte sich in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass als eine Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung zwischen Gorbatschow, Reagan und Helmut Kohl verabredet wurde, dass die Nato keine Osterweiterung betreiben wird. Die nachfolgenden US-Regierungen fühlen sich daran leider nicht mehr gebunden und die Nato ist jetzt bis an die Grenzen Russlands vorgerückt. Besorgniserregend ist die Wiederbelebung des kalten Krieges und der Beginn eines neuen atomaren Wettrüstens. Als völlig unangemessen sehen wir die Aufrechterhaltung der von Deutschland mitgetragenen bzw. verhängten Sanktionen gegen Russland, die unserem Land nur schaden und keinen Beitrag zum Frieden leisten. Wir sehen nicht, dass Russland danach trachtet, andere Länder zu überfallen. Wir sind, wie die meisten unserer Mitbürger, für ein entspanntes Verhältnis zu Russland. Wir meinen auch, dass wir auf die Gaslieferungen aus Russland dringend angewiesen sind. Man muss wissen, dass eine Kilowattstunde aus russischem Erdgas uns Verbraucher nur etwa den fünften Teil im Vergleich zu der, infolge „Energiewende“ völlig überteuerten, deutschen Stromversorgung kostet. Auch aus diesem Grund sollte die Bundesregierung für ein gutes Einvernehmen mit Russland sorgen. Handelt die Regierung nicht in diesem Sinne, wird sich die Reihe ihrer politischen Fehlleistungen weiter vergrößern. Es ist zu erwarten, dass man auf Demos weiterhin lautstark gegen Frau Merkels fragwürdige Politik protestieren wird und die große AfD-Demo In Berlin liegt ganz auf dieser Linie.