Herbe Klatsche für die IG Metall

Alternative Betriebsräte bei Porsche und BMW gewählt

Die Leipziger Werke von Porsche und BMW gehören zu den größten Arbeitgebern unserer Region. Auch viele Menschen, die Nordsachsen ihre Heimat nennen, verdienen dort ihr Geld. Umso erfreulicher ist es, dass sich bei den kürzlich abgehaltenen Betriebsratswahlen in beiden Werken erstmals alternative Betriebsräte gegen die Dominanz der IG Metall durchsetzen konnten.

Den Anfang machte bei BMW die „Interessengemeinschaft Beruf und Familie“ (IG BuF), die mit zwölf Prozent der Stimmen ganze vier der dortigen 35 Sitze auf sich vereinigen konnte. Im Porsche-Werk holte das Bündnis mit sechs Prozent der Stimmen insgesamt zwei Sitze im dortigen Betriebsrat.

Diesen Erfolgen war die bundesweite Kampagne „Werde Betriebsrat“ vorausgegangen, die vor allem in Baden-Württemberg zu weiteren Wahlerfolgen im Bereich der Automobilindustrie geführt hat. Es ist überaus begrüßenswert, dass den bundesweiten Wahlerfolgen der AfD nun auch diese Etappensiege in den Arbeitnehmervertretungen folgen. Die verkrusteten Strukturen des Altparteienklüngels reichen über die Gewerkschaften bis in die Betriebe hinein. Es wurde also ein erster Schritt getan, auch diese Verwachsungen aufzubrechen und den Arbeitnehmern wieder eine glaubwürdige Stimme zu geben.

Trotz der teilweise schockierenden Repressalien im Wahlkampf, wie sie auch der AfD regelmäßig widerfahren, bleibt den neugewählten Betriebsräten viel Erfolg zu wünschen. Mögen sie sich angemessen organisieren, um der ihnen anvertrauten Verantwortung gerecht werden zu können.

Philipp Liehs